DIE HISTORIE

Die Königsplätze im Wandel der Zeit.

Als einstiger Stolz des Paderborner Stadtgeschehens kann man die Königstraße bezeichnen. In den Geschichtsbüchern der Stadt wird 1280 der Königsweg (platea regis) erstmalig erwähnt. Könige und Fürsten nutzten diesen Weg bei feierlichen Einzügen vom nördlich gelegenen Schloß Neuhaus über das Neuhäuser Tor in die Paderborner Altstadt. Im Vergleich mit der Düsseldorfer Königsallee und anderen Prachtboulevards konnte die Königstraße jedoch nie einen entsprechenden Ruhm erlangen.

Zwar wurde die Straße vom Königshaus als „kürzester Weg“ beansprucht, dennoch prägten einfache Bauernhäuser das städtebauliche Erscheinungsbild im Zeitalter der Ackerbauernstadt. Den Bauernhäusern folgten zum Ende des 19. Jahrhunderts Läden und Handwerksbetriebe sowie einfache Stadthäuser. In Folge dieser Entwicklung wurde die Straße eine wichtige Verkehrs- und Geschäftsstraße in Paderborn. Daran konnten die Zerstörungen während des Krieges nichts ändern, kurzfristige Aufbauleistungen bestätigten den Status.

MEHR TRADITION.
MEHR HISTORIE.
MEHR PERSPEKTIVE.

Einen grundlegenden Wandel in der Geschichte der Königstraße kann man im Jahr 1928 ausfindig machen. Im Auftrag des Salzkottener Unternehmers Franz Klingenthal konnte Architekt Max Heidrich – in Paderborn Baumeister vieler Bauten mit dem typischen Bauhausstil der 20er Jahre – das Textilkaufhaus an der Ecke zur Westernstraße realisieren. Als Besonderheit galt der Einsatz des jungen Baustoffes Beton und die daraus von Max Heidrich abgeleitete Gesamtkonstruktion, die eine Leichtigkeit und Offenheit als Vorbild moderner Kaufhausarchitektur artikulierte. Es folgten nach dem Wiederaufbau 1945 zahlreiche Erweiterungen und Ausbaustufen, so auch im Rahmen des Sanierungsprojektes rund um den neuen Königsplatz Ende der 70er Jahre. In der Dimension, der Großzügigkeit der Räume und in der qualitätsvollen Innenausstattung übertraf dieses Haus alle bisherigen Paderborner Geschäftsbauten. Zusammen mit dem Kaufhofgebäude wird hier der Eingang zum Königsplatz markiert. 

Eine weitere entscheidende Veränderung für den Straßenraum Königsstraße brachte dann in den 70er Jahren der Gesamtumbau des Quartiers Königsplätze mit sich. Mit der Teilüberbauung in Höhe Alte Torgasse und Brückengasse ist die Ost-West-Verbindung gestärkt worden ebenso wie die Verbindung mittels Rampe auf den Königsplatz. Zumindest fehlt optisch jedoch die Beziehung zum weiteren Verlauf in Richtung C&A, Marienstraße und darüber hinaus. Das C&A-Arosa-Gebäude markiert spätestens hier insbesondere durch seine Höhe den Endpunkt des Handelsbereiches.